«Schwachstellen gibt es auf der Piste keine», sagt
Fredy Fuchs, «die einzige Schwachstelle am
Lauberhorn ist der OK-Vizepräsident - und der bin
ich!» Sepp Messner, der Renndirektor des
Internationalen Skiverbandes (FIS), lacht über den
launigen Spruch. Die Stimmung ist aufgeräumt bei
der Schneekontrolle am winterlich verschneiten
Lauberhorn. Schon beim Aufstieg in der
Wengernalpbahn ist allen klar: Sowohl die Abfahrts-
als auch die Slalompiste befinden sich in einem
optimalen Zustand. Das Okay von Sepp Messner ist
eine Formsache. Eine Stunde später sind die 74.
Internationalen Lauberhornrennen offiziell
gesichert.
2:28,69 Minuten benötigte Bruno Kernen vor einem
Jahr bei seinem grandiosen Sieg für die Bewältigung
der Strecke. Etwas gemächlicher ist Sepp Messner
unterwegs. Die italienische Trainerlegende - Messner
war von 1969 bis 1989 Cheftrainer des italienischen
Männerteams - macht auf der rund 4,5 Kilometer
langen Lauberhornstrecke mit der Bohrmaschine 25
Stichproben. «Zehn Tage vor dem Rennen muss die
Schneedecke überall mindestens 30 Zentimeter dick
sein», erklärt der 61-jährige Südtiroler, «ich
mag mich nicht erinnern, wann der technische Schnee
zuletzt so gut war wie heute. » Das will etwas
heissen: Für Messner sind es die 33.
Lauberhornrennen. Eindrücklich schiebt Messner
nach, dass ohne die 19 Schneemaschinen, die den
technischen Schnee am Lauberhorn erzeugen, am 17.
/18. Januar keine Rennen hätten stattfinden können.
«Überhaupt wären heuer ohne technischen Schnee
keine Weltcuprennen ausgetragen worden. » Messner
prüft weiter die Schneetemperaturen und die
Schneefeuchtigkeit, damit die Beschneiungscrew den
Sprühbalken richtig einstellen kann. Zuletzt
kontrolliert Messner, ob die Sturzräume genügend
beschneit sind. Ab nächstem Sonntag ist die
Lauberhorn-Abfahrtsstrecke für Skitouristen
gesperrt.
Berner
Zeitung Thomas Wälti
08.01.2004
>>Infos
zur Beschneiungsanlage am Lauberhorn
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